Club FDP 2000 auf Betriebsbesichtigung der besonderen Art

von Iris Kofmel, Derendingen

Die diesjährige «Betriebsbesichtigung» des Club FDP 2000 führte eine stolze Gruppe ins Bundeshaus nach Bern. Dank den historischen Lauben konnten die Besucher auf dem Weg vom Bahnhof zum Bundeshaus einen unerwarteten Platzregen nahezu unbeschadet überstehen. Die Personenkontrolle unterschied sich kaum vom Flughafen Belp Moos und dauerte vermutlich sogar etwas länger. Pünktlich jedoch startete die Kuppelhallen-Führung und das imposante Bauwerk liess einige Besucher erstaunen! Sehr zentral zeigen sich vier Landsknechte auf den Treppenpfosten.

Sie repräsentieren die vier Landesteile und die vier offiziellen Landessprachen. Die Spannung stieg allmählich vor dem Gang zur Besucherterrasse des Nationalratssaals. Am Sessionstag standen die Initiative «Schweizer Recht statt fremde Richter (Selbstbestimmungsinitiative)» und die Weiterentwicklung des Schengen-Besitzstands (Übernahme der Richtlinie 2017/853 zur Änderung der EU-Waffenrichtlinie) auf der Traktandenliste. Die geringe Anzahl anwesender Nationalräte liess die Gruppe erstaunen, obwohl das Bild ja aus den Medien bereits bekannt ist. Genau im richtigen Moment erschienen die Nationalräte aus allen Ecken, um Ihre Stimmen elektronisch abgeben zu können. Ein kurzer Einblick wurde ebenfalls in den Ständeratssaal gewährt. Die effizienten Ständeräte hatten ihr Tageswerk bereits vollbracht, sodass im verlassenen Ständeratssaal der eindrückliche Kronleuchter aus Luzern und die wunderschönen gestickten Vorhänge aus St. Gallen fotografiert werden durften. Anschliessend stand Nationalrat Kurt Fluri der Gruppe in einem Kommissionszimmer für eine Fragestunde zur Verfügung. Als Einstieg berichtete Kurt Fluri von seinem Alltag im Bundeshaus, was ihn freut, was in weniger freut und warum er auch nach seiner langen Amtszeit noch immer angefressen ist von der Politik und er glücklicherweise Beruf und Hobby in der Politik verbinden kann. Am meisten schätzt Kurt Fluri die Kommissionsarbeiten. Diese ca. 8 x 1 ½ Tage pro Jahr interessieren ihn am meisten. In diesen Sitzungen wird konstruktiv und produktiv gearbeitet. Die Chemie im Nationalrat hat sich in den letzten Jahren verändert. Neue Nationalräte werden gewählt, welche kein grosses politisches Rüstzeug mit sich bringen. Eine «Ochsentour» mit Gemeinderat, Kantonsrat, Nationalrat ist zwar der aufwändigere Weg, vertieft jedoch das Wissen über den ganzen Staatsaufbau. Die aufgetauchten Fragen aus der Gruppe wurden sachlich, pointiert und ausführlich beantwortet. Beim anschliessenden, gemeinsamen Abendessen in der Wandelhalle im Restaurant Galerie des Alpes wurde weiter diskutiert und für eine kurze Zeit konnte in die Haut eines Parlamentariers geschlüpft werden.